Herzensprojekt Teil 2 oder ein weiterer Auszug aus ‚Crest& Annie‘ 


NA GUT, überredet!


Eigentlich hatte ich für heute eine Buchrezension über Jojo Moyes wunderbares und vor allem emotionales Kunstwerk ‚Ein ganzes, halbes Jahr‘ geplant, aber da ich so viele positive Rückmeldungen auf ‚Crest& Annie‘ erhalten habe, gewähre ich euch heute einen weiteren Einblick in ihre Story. Mittlerweile kann ich auch mitteilen, dass ich einige Weichen für die Zukunft der Zwei gestellt habe also verständlich ausgedrückt: ich habe einige Entscheidungen über die Charaktere getroffen, die bei meinen Testlesern für große Überraschungsmomente gesorgt haben. Genau so soll es sein! Über Kommentare oder auch Kritik würde ich mich natürlich auch dieses Mal sehr freuen!


Crest& Annie Teil 2


Die folgende Szene knüpft direkt an den Montagsblog, also an den ersten Auszug aus meinem kleinen Schreibprojekt ‚Crest& Annie‘, an. Kurzer Rückblick: Crest (Crescenzio Fiore) und Annie (Annabelle Sterling) befinden sich in einem Motelzimmer. Sie hatte ein paar ‚Snacks‘ für ein ‚gesundes‘ Abendessen besorgt, welches Crest so gar nicht schmecken wollte. Darauf eskalierte die ganze Situation mit fliegenden Schokoriegeln und unangenehmen Wahrheiten. Crest verschwindet wieder im Badezimmer, woraufhin Annie aus dem Motelzimmer türmt. Aber lest selbst: 

Ein Bett, zwei Sturköpfe und ein überraschender Aufbruch


Emotional entblößt stürmte Annie im nächsten Moment hastig aus dem Motelzimmer und sog gierig die frische Nachtluft ein. Mühsam

kämpfte sie gegen die Tränen und die unfassbare Wut an, die sich mit aller Macht einen Weg an die Oberfläche bahnten. Noch nie hatte es jemand gewagt so mit ihr zu sprechen und noch nie hatte sie sich – trotz ihres gesellschaftlichen Status – so klein und unbedeutend gefühlt. Crest hatte – ohne es zu wissen – einen extrem wunden Punkt in Annie’s Unterbewusstsein getroffen. Denn genau das hatte sie sich auch schon oft gefragt: Wer war ich ohne meine Familie? Was konnte ich ohne das Geld meiner Familie ausrichten? Wo sollte ich ohne meine Familie hin? Jetzt konnte sie sich diese Fragen tatsächlich beantworten. Sie war ein Niemand, sie konnte nichts und sie verbrachte die Nacht mit einem völlig Fremden in einem heruntergekommenen Motel, und das hatte sie für ihr eigenes Seelchen noch beschönigt. Heftig atmend schluckte sie Träne für Träne wieder hinunter, kämpfte den Drang Hals über Kopf von der Veranda zu springen nieder und ließ sich mit dem Rücken an der Außenseite der Motelzimmertür hinab sinken. Sehnsüchtig dachte sie an Robert, ihren Freund. Was er wohl von ihr dachte? Immerhin war sie einfach, in der Nacht als sie zum ersten Mal miteinander schlafen wollten, abgehauen. Annie hatte ihm nicht erzählt, dass sie noch Jungfrau war und sich ihre Erfahrung mit Männern auf genau NULL belief. Ihr Vater war immer sehr streng gewesen und hatte jeglichen Kontakt mit männlichen Vertretern ihrer Spezies verboten. Eigentlich hatte Annie das nie etwas ausgemacht, konnte sie sich doch so viel besser auf das Reiten, das Musizieren und auf ihre schulische Bildung konzentrieren. Als sie aber Robert vor einem Jahr kennenlernte, hatte sich alles verändert. Mr. Sterling hatte der Verbindung nur zugestimmt, weil Robert der Sohn eines sehr engen Geschäftspartners war und so durch eine Beziehung der Beiden der Fortbestand der Partnerschaft auf einer anderen Ebene gesichert wurde. Verzweifelt hörte sich Annie aufschluchzen und stieß gleich darauf einen unterdrückten Fluch aus. 


„Jetzt musst du dir den Mund mit Kernseife auswaschen, das ist dir hoffentlich klar.“ Sie hörte die Worte, bevor sie realisierte, dass Crest

die Tür von innen geöffnet hatte und sie jetzt ergeben zu seinen Füßen auf dem schäbigen Boden des Motelzimmers zum Liegen gekommen war. „Na komm, Prinzessin.“ Auf seinem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus als er die Hand nach ihr ausstreckte, um ihr hoch zu helfen. Annie’s Stolz stellte sich mit verschränkten Armen in ihren Weg und so schlug sie seine Hand bestimmt weg, um sich kurz darauf von allein sehr undamenhaft hochzurappeln. „Du bist mit Sicherheit nicht unfehlbar, Crest.“ Keifte sie ihn an und strich sich ein paar verirrte Haarsträhnen aus dem geröteten Gesicht. „Urteilst über Menschen, die du nicht mal im Mindestens kennst. Scheinbar haben dir deine Eltern kein Benehmen beigebracht.“ Und damit traf Annie dieses Mal voll ins Schwarze. Crest straffte die nackten, jetzt vom Duschen leicht feuchten Schultern und warnte sie mit einem durchdringenden Blick diese Konversation nicht weiter zu führen. Aber Annie kam gerade erst in Fahrt. „Ich muss mich nicht schämen für meine Herkunft. Nur weil meine Familie reich ist, bedeutet das nicht, dass wir verwöhnt sind. Natürlich genießen wir gewisse Annehmlichkeiten, die sich andere Menschen nicht leisten können, aber dafür hat mein Vater sein Leben lang schwer geschuftet. Jedes Jahr spenden wir mehrere Millionen für wohltätige Zwecke, also erzähl mir nicht, wer ich bin oder was ich kann.“ Ihr Gegenüber fing an zu lachen und musste sich sogar kurzzeitig ein paar Tränchen aus den Augenwinkeln wischen, so dass Annie’s Wut nur weiter angestachelt wurde. „Wohltätige Zwecke? Nur weil ihr ein paar Scheinchen springen lasst, seid ihr mit Sicherheit keine besseren Menschen. Das echte Leben findet auf der Straße statt, Annabelle. Da, wo die Menschen nichts zu fressen haben und zusehen müssen, wie ihre eigenen Kinder verhungern. Glaubst du nicht, dass auch diese Menschen einen Anspruch auf Reichtum haben? Dein Vater ist nicht der heilige Samariter für den du ihn hälst.“ Empört riss Annie die Augen auf und machte drohend einen Schritt auf Crest zu. Angriffslustig hob er die schmalen Augenbrauen in die Höhe als Annie so nah vor ihm zum Stehen kam. Ihre Augen wanderten über seine leicht gebräunte Haut, über das dunkle Mahl an der rechten Halsseite, das sie einfach nicht identifizieren konnte und schließlich verweilte sie in diesen stahlblauen Augen, die ihr plötzlich den Wind aus den Segeln nahmen. „Okay, du hast gewonnen. Ich bin wirklich zu müde für deine scheinheiligen Versuche einen Keil zwischen meine Familie und mich zu treiben. Ich gehe jetzt schlafen und zwar im Bett. ALLEIN.“ Annie wandte sich ab und überbrückte die kurze Distanz zu dem mittig stehenden Bett, das noch weniger einladend wirkte als noch vor ein paar Stunden als sie das Zimmer gebucht hatten. „Moment mal, Fräulein, ich schlafe auch im Bett oder siehst du hier in dieser Superior Suite vielleicht ein zweites Bett?“ herrschte Crest sie an und schmiss sich im nächsten Moment auf die Matratze, die unter seinem Gewicht verdächtig ächzte. Sie hatte keine Kraft mehr jetzt auch noch um das Vorrecht des Bettes zu kämpfen und so ergab sie sich schließlich ihrem Schicksal. Vollständig angezogen – am liebsten hätte sie noch ihren Parka um ihren Körper gewickelt – legte sie sich auf die freie Bettseite und versuchte den halbnackten Mann neben ihr auszublenden. Nur ein paar Stunden Schlaf, nur ein paar Stunden, dachte sie erschöpft und schloss die schweren Lidern. Vielleicht würde sie ja am nächsten Morgen aufwachen und alles war nur ein schlechter Traum. Vielleicht aber auch nicht.


Die frühmorgendlichen Sonnenstrahlen hatten Mühe und Not sich durch die verschmutzten Fenster des Motelzimmers zu zwängen.

Annie öffnete probehalber ein Auge und anstatt dem vergilbten Staub entgegen zu starren, hatte sie einen nackten Männerrücken genau vor ihrem Gesicht. Im nächsten Moment presste sie sich selbst eine Hand auf den Mund, um nicht laut aufschreien zu müssen. Crest’s Rücken war von unzähligen Narben übersät. Dunkle Striemen zogen sich quer über seine sonst so makellose, sonnengebräunte Haut und zeugten von einer düsteren Vergangenheit, die sie sich nicht mal in ihren schlimmsten Träumen ausmalen konnte. Annie wollte die andere Hand ausstrecken und sanft über die zerstörten Hautpartien streichen, aber sie wusste, dass das völlig unangebracht war. Vermutlich würde er sich umdrehen und ihr den Kopf bei lebendigem Leibe abreißen. Stattdessen betrachtete sie also einfach die deutlichen Zeugnisse seiner offensichtlich sehr verletzten Seele. Untrügliche Beweise für Grausamkeiten, die ihm einmal wiederfahren sind. Annie war sehr behütet im Kreise einer sehr stattlichen Reihe von Hausangestellten aufgewachsen, die ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen hatten. Aber auch ihr Vater hatte immer dafür gesorgt, dass es weder der 7- jährigen Annie noch der 16- jährigen Annie nie an etwas mangelte. Nur an der Mutter, dachte sie traurig, und verdrängte die aufkeimende Schuld, die jedes Mal Besitz von ihr ergriff, wenn sie an ihre Mutter dachte. Der männliche Körper neben ihr regte sich plötzlich und Annie kniff im nächsten Moment ganz fest die Augen zu, damit Crest nicht bemerkte, wie sie seinen Rücken taxiert hatte.


„Bemüh dich nicht, Prinzessin.“ Crest’s Laune hatte sich trotz des nötigen Schlafs nicht gebessert. Natürlich hatte er Annie’s Blicke auf

jeder einzelnen Narbe gespürt und er verfluchte sich selbst dafür kein Shirt vor dem Schlafen gehen übergezogen zu haben. Normalerweise verbringst du die Nächte ja auch allein, erinnert ihn sein Unterbewusstsein, woraufhin er dankend weitere Konversationen ablehnte. „Ich…ähm…habe nichts…“ stotterte die kleine Sterling unsicher und fragte sich vermutlich gerade, warum er so genau wusste, dass sie ihn angestarrt hatte. „Wenn man jahrelang diese Narben mit sich trägt, spürt man einfach, wenn man angeglotzt wird und auch, wenn ich das schon fast als Fortschritt in unserer … Angelegenheit … ansehe, muss ich dich bitten damit aufzuhören.“ Seine Stimme hatte einen gefährlich ruhigen Ton angenommen und jeder, der ihn besser kannte, wusste, dass man jegliche Diskussion besser einstellte. Bis auf Annabelle Sterling. „Oh Verzeihung, wenn du mir deine nackte Haut vor die Augen hälst… Es wäre auch höflicher gewesen dich einfach auf den Boden zu legen und einer Lady allein das Bett zu überlassen, aber das Thema mit dem Respekt, dem Anstand und den Manieren hatten wir ja gestern schon zur Genüge ausdiskutiert.“ Tief atmete er die abgestandene Luft in dem stickigen Motelzimmer ein und stieß sie wenige Sekunden später wieder hinaus. Ganz ruhig, ich bin völlig entspannt, ganz ruhig, hämmerte er sich selbst eine Art Mantra in die Gehirnwindung, während er sich langsam aus dem Bett erhob und das verdreckte Fenster öffnete. Gelblicher Staub rieselte in feinen Körnchen vom oberen Fensterrand und bedeckte in blitzartiger Geschwindigkeit die Fensterbank. Crest runzelte die Stirn und rief sich die Erinnerung von gestern Abend ins Gedächtnis. Als er die Zigarette hinaus geworfen hatte, war das nicht passiert. Sein Herz machte einen Satz als ihm bewusst wurde, dass er Annie so schnell wie möglich hier rausbringen musste. „Wir gehen. Jetzt. Nimm deinen Kram und Abflug.“ Bellte er ein paar kurze Befehle, ehe er im nächsten Moment seine dreckige Jeans und das schwarze Shirt vom Vortag wieder überstreifte. „Beweg dich, Sterling.“ Wies er Annie an, die immer noch völlig unbeeindruckt im Bett lag und sich genüsslich streckte. „Geht es vielleicht ein bisschen höflicher?“ fragte sie belustigt und schien es mittlerweile richtig zu genießen sich ständig mit ihm anzulegen. „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um deine Grenzen auszuloten… sieh zu, ich hole das Auto und bezahle das Zimmer.“ Crest warf ihr einen letzten eindringlichen Blick zu, den sie zwar mit rollenden Augen aber immerhin auch mit der Bewegung aus dem Bett quittierte.  


Ihr wollt wissen, was Crest so erschreckt hat? 

Eventuell lass ich es euch demnächst auf meinem Blog wissen ;)

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Kommentare: 16
  • #1

    Jeanette (Freitag, 24 April 2015 10:43)

    Herrlich geschrieben, wie immer. Sehr schön.

  • #2

    Anja (Montag, 27 April 2015 08:59)

    Spannend!!! Will wissen wie's weiter geht ;)

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