Crest& Annie oder ein Auszug aus meinem persönlichen Herzensprojekt


Ich schreibe, weil ich es liebe


Heute ist mir zunächst so gar nichts eingefallen, womit ich euch eine kleine Lesefreude machen könnte. Eine Buchrezension meiner liebsten Autorin Jojo Moyes oder vielleicht doch lieber einen Blog über Do’s und Dont’s einer gesunden Ernährung? Nee, irgendwie dürstet es mich nach etwas Kreativem und deswegen gebe ich euch heute einen winzigen Einblick in ein Projekt, das ich erst seit Kurzem mit wachsender Begeisterung verfolge. Die Idee für die beiden Hauptcharaktere kam mir neulich während eines Spaziergangs und ich wusste, dass ich die Geschichte der Zwei irgendwie auf Papier bringen muss. Wohin sie führt oder woher sie kommt, weiß ich noch gar nicht genau. Momentan spiele ich mit vielen verschiedenen Ideen und kann mich so recht noch nicht entscheiden. Aber ich würde euch gerne am kreativen Findungsprozess in meinem Blog teilhaben lassen und natürlich freue ich mich über den einen oder anderen Kommentar!


Crest& Annie


In meinem persönlichen Herzensprojekt geht es, wie die Überschrift schon verrät, um einen Mann namens Crest (eigentlich Crescenzio Fiore) und eine junge Frau mit Namen Annie (eigentlich Annabelle Sterling). Sie stammen aus sehr verschiedenen Welten und müssen sich jetzt, nach einer Verkettung schicksalshafter Ereignisse, miteinander arrangieren. Warum, wieso, weshalb verrate ich euch natürlich noch nicht. 

Käsebällchen, Neandertaler und eine unbequeme Wahrheit

 

Crest dachte darüber nach in sein altes Leben zurückzukehren während er sich die selbst gedrehte Zigarette zwischen die spröden Lippen

schob. Keine Verantwortung, keine Gewissensbisse und vor allem keine Geldsorgen – das waren noch Zeiten. Angespannt ließ er das einzige Erbstück seines Vaters aufschnappen und beförderte das Ende seines Freudenspenders an die entzündete Flamme. Mit einem abschätzigen Blick betrachtete er das Feuerzeug und befühlte mit der freien Hand die eingravierten Buchstaben. Im nächsten Moment verschluckte er sich beinahe am Nikotin und hätte das Feuerzeug fast fallen lassen, als die Tür zum Motelzimmer nach innen mit einem Ruck aufflog. „Bist du eigentlich völlig Intelligenz resistent?“ blaffte er die junge Frau an, die ihn zuerst verständnislos und gleich darauf verärgert anstarrte. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass die Beiden aneinander gerieten, auch wenn ihm heute so gar nicht nach großartigen Diskussionen zu Mute war. Eigentlich hatte er nur noch diese Zigarette rauchen wollen, ehe er sich nach einer ausgiebigen Dusche in dem unbequemen Motelbett eine Mütze voll Schlaf gönnte. Nach ihrem jetzigen Gesichtsausdruck zu urteilen, rückte diese Vorstellung aber in weite Ferne. 

 

„Du solltest anfangen Medikamente gegen dein sozial inkompetentes Verhalten zu nehmen.“ Annie konnte seine bescheuerte

Einsiedler harter-Kerl-was-auch-immer-Nummer langsam nicht mehr ertragen. Der Gestank seiner Zigarette brannte ihr in den sowieso schon geröteten Augen und verursachte einen kleinen Hustenreiz, den er mit einem genervten Stöhnen quittierte. Großzügig ignorierte sie das Verhalten des Mannes, den sie erst vor wenigen Wochen so richtig kennengelernt hatte. Mittlerweile fragte sie sich selbst wie sie eigentlich in diese Geschichte hinein geraten konnte. Kopfschüttelnd schloss sie schließlich die Tür, verriegelte das überflüssige Schloss und breitete ihre Abendessen-Ausbeute auf der schäbigen Tagesdecke des Bettes aus. Im fahlen Licht der schummrigen Deckenbeleuchtung, musste sie sich eingestehen, dass das nicht gerade ihrem sonstigen Standard entsprach, um nicht zu sagen meilenweit entfernt davon war überhaupt einem Standard zu entsprechen.  „Im Angebot haben wir heute Chips, Schokoriegel oder Käsebällchen. Das ist sowas von Klischee, aber für mehr hat unser Geld nicht mehr gereicht.“ Erklärte Annie dem vor sich hin grummelnden Crest, der mittlerweile freundlicherweise ein Fenster geöffnet hatte, damit der Rauch seiner Zigarette abziehen konnte. Er sagte nichts, griff einfach nach den Käsebällchen und stopfte sich im nächsten Moment auch schon eine Handvoll in die offene Futterluke. Angewidert verzog Annie das Gesicht und kam nicht umhin sich zu fragen, ob der Kerl nicht nur vom Affen abstammte, sondern auch mit diesen possierlichen Tierchen aufgewachsen war. Wobei, wenn sie es recht überlegte, hatten die Affen wahrscheinlich doch mehr Manieren als er.

 

Die Käsebällchen schmeckten nach Pappe mit einem Hauch Glutamat, aber Annie hatte es vermutlich nur gut gemeint. Immerhin hatte er

ihr noch vor wenigen Tagen erzählt, dass er die würzigen Maisflocken pausenlos in sich hinein stopfen konnte. Dass er nicht die Ekeldinger aus dem Automaten meinte, hatte er wohl vergessen zu erwähnen. Seine Zigarette war mittlerweile nur noch ein Stummel, den er an seinem schwarzen, rechten Stiefel ausdrückte und durch den geöffneten Fensterspalt in die Freiheit entließ. Wie gerne würde ich ihm jetzt folgen, dachte Crest mit einem Blick auf Annie, die pikiert mit den Fingerspitzen den Schokoriegel öffnete und kleine Häppchen in Formvollendung abbrach, um sie sich anschließend in den hübschen, aristokratischen Mund zu schieben. Noch immer konnte er nicht glauben, dass sie ab jetzt gemeinsam auf der Flucht waren und, dass es aus dieser misslichen Lage erst mal kein Entkommen gab. Für Annie war das Ganze sicher noch schwerer. Daddy’s Geld und die Annehmlichkeiten, wenn man zur Sterling Familie gehörte, konnte sie für die kommenden Monate erst mal abschreiben. Wie sie sich wohl so ganz ohne ihre reiche Familie fühlte? Ach du Scheiße, machte er sich gerade Sorgen um das Mädchen, das ihm den letzten Nerv raubte? „Ich geh duschen.“ Brummte er mit vollem Mund, spukte auf dem Weg ins Badezimmer die zähe Pappmasse in den Mülleimer und ließ die Badezimmertür, verärgert über sich selbst, mit voller Zucht ins Schloss fallen.

 

Neandertaler!“ brüllte Annie durch die bereits geschlossene Tür, ehe sie den halb gegessenen Schokoriegel gegen das morsche Holz

donnerte. Die kleinen Schokostückchen verteilten sich auf dem sowieso schon dreckigen Teppich und kurz verspürte sie den Drang aufzustehen, um die Schokolade noch fester in das Blumenmuster einzuarbeiten. Sie widerstand jedoch, das gehörte sich nun wirklich nicht, egal wie sehr es zum restlichen Interieur des Zimmers gepasst hätte. Einen Wimpernaufschlag später wurde die Badezimmertür wieder geöffnet und Crest betrat, nur mit einem Handtuch um die Hüften geschwungen, das Zimmer. „Hast du gerade wirklich deinen Schokoriegel gegen die Tür geworfen, nachdem du MICH als Neandertaler beschimpft hast?“ fragte er mit dem Blick gen Süden. Bei jedem Wort hob und senkte sich sein breiter, muskulöser Brustkorb vor Wut. Annie nickte und verzog trotzig das Kinn. Sollte er doch denken, was er wollte, auf eine gute Meinung seinerseits war sie bestimmt nicht angewiesen. Angesäuert schüttelte er den Kopf und überkreuzte im nächsten Moment die muskulösen Arme vor der Brust. „Glaubst du, dass das hier 'Barbie’s Sweet Sixteen Party' ist? Falls ich dich aufklären darf, ist es NICHT. Hier gibt es keinen Butler, der dir morgens Eier Benedikt ans Bett bringt oder nachmittags deinen Diät-Smoothie bereitstellt. Hier geht es einfach nur ums nackte Überleben, Annabelle, und ich würde vorschlagen, dass du anfängst genau das zu sichern also iss jetzt die Chips und… ach, meine Fresse, ihr verwöhnten Blagen seid doch alle gleich. Daddy’s Kohle, Statussymbole und sonst nicht wirklich was auf die Kette kriegen. Vielleicht solltest du für deine eigene Zukunft und in deinem eigenen Interesse mal an deinen nicht vorhandenen Talenten arbeiten.“ Seine Worte trafen Annie hart und ohne Vorwarnung. In ihren bereits geröteten Augen sammelten sich innerhalb von Sekunden tausend kleine Tränen, die sie mit größter Selbstbeherrschung zurückzuhalten versuchte. „Geh. Duschen.“ Presste sie zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor. Crest schmiss hilflos die Hände in die Luft und kehrte, mit einem letzten wütenden Blick auf Annie, ins Badezimmer zurück. 


Fortsetzung folgt?

 

Ihr wollt wissen wie es mit Crest& Annie weiter geht?

Kein Problem, verfolgt einfach meinen Blog in den kommenden Wochen :) 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Anja (Montag, 20 April 2015 11:30)

    Ui, find ich super toll geschrieben, du hast echt Talent!!! Und ja - ich will unbedingt wissen wie es weiter geht! :)

  • #2

    Jeanette (Montag, 20 April 2015 11:50)

    Wahnsinnig viel Talent garniert mit sehr viel Charme, Witz und Intelligenz. Ich warte gespannt auf die Fortsetzung. :)