Die sagenumwobene ‚To-Do-Liste‘ oder „Kann ich schon einen Punkt streichen?“ 

 

Habe ich auch alles notiert?

 

Man nimmt sich am Tag gefühlte zehntausend Dinge vor und letztlich schafft man nur einen Bruchteil. Kennt ihr das auch? Diese heimtückischen ‚To-Do-Listen‘ verführen uns aber auch gerade dazu einen Stichpunkt nach dem Nächsten fein säuberlich aufzuführen. Sind diese Listen denn jetzt eine Motivationshilfe, um uns strukturierter durch unseren Berufs- oder Alltagsstress zu bringen oder vielmehr eine Art Selbstbetrug, den wir gerne in Kauf nehmen, um uns selbst am Ende des Tages ein erfolgreiches Pensum vorzugaukeln? 

 

Struktur und Organisation

 

Zunächst mal stimmt mir wohl (fast – Ausnahmen bestätigen die Regel) jeder zu, wenn ich behaupte, dass eine gewisse Struktur sowohl im Berufsleben als auch im Alltag von Nöten ist. Gerade als Freiberufler weiß ich mittlerweile wie wichtig ein geregelter Arbeitsablauf ist. Aufstehen, Kaffee kochen, Laptop hochfahren, Emails checken, To-Do-Liste schreiben und ran an den Speck! Morgens mit der Frage aufzuwachen ‚Was muss ich heute eigentlich alles erledigen?‘ ist schon mal der erste Anreiz eine solche Liste anzulegen. Außerdem tut es ja auch – wenn wir mal ganz ehrlich sind – ganz gut erledigte Aufgaben abzuhaken, durchzustreichen oder aus einer digital geführten ‚To-Do-Liste‘ zu entfernen. 

 


Aber wie schreibe ich eine funktionierende ‚To-Do-Liste‘?


Eine pauschale Anleitung gibt es – meiner Meinung nach – nicht. Das wichtigste Element ist aber wohl, wie bei so vielen Dingen im Leben, unsere Motivation. Will ich alle Dinge erledigen, die ich aufschreibe? Oder will ich mich selbst nur an ein paar Aufgaben erinnern, die ich irgendwann im Laufe der nächsten Wochen erledigen kann? Eine funktionierende ‚To-Do-Liste‘ besteht also vor allem aus Elementen, die ich realistisch innerhalb von 8, 9 oder 10 Stunden bewältigen kann. Im Job lässt sich das viel schneller umsetzen als im Privatleben. Was ist wichtig und was können wir getrost auf morgen oder übermorgen verschieben? Geschenk für Mama’s 50. Geburtstag besorgen, Rechnungen bezahlen oder die alltäglichen Haushaltspflichten können schnell zum ‚To-Do-Listen‘-Dauerbrenner werden. 


Wenn ich es aufschreibe, vergesse ich es nicht so schnell


So geht es mir auch oft. Wichtige Termine werden im Kalender festgehalten, schleichen sich aber auch ganz gerne mal auf meine persönliche ‚To-Do-Liste‘, damit ich sie nicht im Laufe der Zeit vergesse. Trotzdem sind sie da irgendwie fehl am Platz, weshalb die Liste plötzlich länger und länger wird. Anruf beim Finanzamt, Firmenstempel bestellen oder Buchhaltung sind da schon passendere Aufgaben für eine funktionierende ‚To-Do-Liste‘. Ich muss zugeben, dass ich ein sehr durchstrukturierter und organisierter Mensch bin, was in meinem Umfeld nicht immer auf positive Reaktionen stößt. Manchmal neige ich zu übereifrigen Plänen wie zum Beispiel anlässlich Geburtstagen oder Urlauben. ‚Wer besorgt das Grillfleisch?‘, ‚Soll ich Einladungen fertig machen?‘, ‚Wie das Wetter wohl wird…‘, ‚Wir brauchen einen Reiseführer…‘ und der Klassiker ‚Was packe ich in meinen Koffer?‘ sind Fragen, die ich mir sogar gerne weit im Vorfeld stelle. Allerdings bin ich der Meinung, dass das einfach persönliches Temperament ist und einer muss sich schließlich um die Geburtstags- und Urlaubsplanung kümmern ;) 


Strukturiert heißt aber auch nicht immer gleich ‚besser‘


Einstein hat das Ganze mal so auf den Punkt gebracht: „Ordnung braucht nur der Dumme, das Genie beherrscht das Chaos.“ Vielleicht hat er grundsätzlich sogar Recht, aber ich persönlich glaube, dass ein bisschen Struktur und Ordnung niemandem schaden. Jeder ist sein eigener Herr und bestimmt für sich selbst, was höchste Priorität erlangt und was vielleicht getrost verschoben werden kann.  Man sollte also vielleicht einfach einen Unterschied zwischen Beruf und Privatleben machen. Hier eine Prise mehr Struktur, da eine Portion mehr Spontanität und schon schafft man einen gesunden Ausgleich und vielleicht auch eine gute Basis für eine funktionierende ‚To-Do-Liste‘. 


Habt ihr eure Liste für das kommende Wochenende schon geschrieben?


Meine lautet:

- Arbeit

- Schokolade

- mehr Schokolade

- und am Abend Entspannung& noch mehr Schokolade! 


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Kommentare: 2
  • #1

    Anja (Donnerstag, 09 April 2015 10:17)

    Sehr schöner Eintrag, vor allem deine ToDo-Liste für das Wochenende gefällt mir! :D
    Ich bin auch der totale Fan von solchen Listen, gepaart mit einem ordentlichen Schuss Perfektionismus geht das aber gerne mal nach Hinten los... so die perfekte Art des Listen-Schreibens habe ich für mich noch nicht gefunden.
    LG

  • #2

    federleicht-texte (Freitag, 10 April 2015 11:45)

    Liebe Anja,

    ich freue mich sehr, dass dir das kleine Schmankerl über 'To-Do-Listen' gefallen hat. Vielleicht finden wir irgendwann mal eine Möglichkeit das Listen Schreiben gemeinsam zu perfektionieren ;) Ich bin für deine Ideen ganz offen!

    To Do:
    - die perfekte Liste schreiben :)